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Neue Brücke im Wildpark Verkehr Verein plant Verbindung für Fußgänger und Radler / Finanzierung offen PDF Drucken E-Mail
Der geteilte Wildpark soll durch eine Brücke wieder zusammengeführt werden. Der Wildparkverein sucht bis heute finanzkräftige Partner.

aus MAZ vom 23.11.2009 von Wolfgang Post

SCHWIELOWSEE Der von 1957 bis 1959 erbaute südliche Berliner Außenring der Bahn teilte den Wildpark in einen Ost- und einen Westteil. Beide Teile sollen durch eine Brücke eine gewisse „Vereinigung“ erfahren. Das hat sich der über 200 Mitglieder zählende im Ortsteil Wildpark-West der Gemeinde Schwielowsee beheimatete Wildpark e. V. vorgenommen.

Das Projekt war gestern während der Jahresabschlusswanderung des Vereins durch den königlichen Wildpark auch das Gesprächsthema unterwegs, zumal die starke Wandergruppe zum vorgesehenen Standort einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer führte.

Vereinsmitglied André Lehmann informierte, dass der Verein den Plan bereits vor eineinhalb Jahren zu Papier brachte. „Richtig ernst wurde es, als auch die Geschäftsführende Gesellschafterin der Bayerisches Haus Touristik GmbH, Gertrud Schmack, großes Interesse für ein solches Vorhaben zeigte“, erläuterte Lehmann.

Eine Diplomarbeit aus der Potsdamer Fachhochschule bildet seitdem die Grundlage für die Konzeptstudie. „Das Planungsbüro Hottelmann wurde von uns beauftragt, das Projekt mit allen Details auf dem Reißbrett entstehen zu lassen“, sagte Lehmann. Damit fanden bereits „recht konstruktive Gespräche“ mit Vertretern der Deutschen Bahn statt. Das entsprechende Ressort der Potsdamer Stadtverwaltung und die Forstverwaltung wurden einbezogen. „Abgelehnt wurde das Projekt von keiner Instanz. Aber: Niemand will bis jetzt als Baulastträger fungieren“, bedauerte Lehmann. „Davon hängt alles ab, wenn es auf den planungsrechtlichen Weg gehen soll.“

Die Fußgänger- und Fahrradbrücke in Holzkonstruktion würde eine Gesamtspannweite von knapp 45,50 Meter haben. Die Mittelstützung soll aus Stahlrohren, der Hauptträger aus Brettschichtholz bestehen, Quer- und Längsträger aus Nadelholz. Aus Schalung sollen die Bekleidungen innen und außen bestehen. Alles wird auf Stahlbetonfundamenten an der Wegeachse Großer Hirschweg – Ahornallee ruhen.

Die „Wildparker“ sind keine Fantasten. Sie haben bereits Erstaunliches bei der Aufarbeitung des geschichtsträchtigen und größten Wandergebietes der Landeshauptstadt erreicht. Dem Verein ist schließlich die Gestaltung des „Haupttores“ mit den prächtigen Hirschen aus der Werkstatt des Berliner Bronzegusskünstlers Christian Daniel Rauch gelungen. „Wie er einst war, so soll er wieder werden“, spricht Vereinsehrenmitglied Adolf Kaschube. Er erforscht Geschichte und Geschichten über den von Lenné konzipierten und von König Friedrich Wilhelm IV. und der drei folgenden Kaiser als Jagdrevier genutzten Park. Aus Spenden wurden bereits Bäume gekauft, um Bestandslücken der Alleen zu schließen. Allein auf den Wegestern mit Schutzpilz stoßen acht unterschiedliche Alleen. Auf Sponsoren hofft der Verein, um die 350000 bis 400000 Euro kostende Brücke bezahlen zu können.

Bei Grillwurst und Getränken klang gestern die Wandersaison vom Wildpark e. V. aus. Aber zum 1. Advent lädt er von 11 bis 18 Uhr zu seinem romantischen Weihnachtsmarkt in Wildpark-West ein.
 

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